Meine Biographie

Die Premiere auf dieser Welt fand für mich am 5. Dezember 1962 in Wangen im wunderschönen Allgäu statt. Mein erster Auftritt war im wahrsten Sinne des Wortes ein Brüller. Ich kam auf die Bühne, nackt, hungrig, unfrisiert, geblendet, und fror. Also legte ich meine Darbietung als einsilbiges Drama an, das ich meinem handverlesenen Publikum jämmerlichst entgegenbrüllte. Noch so manches Jahr später, sagt man, habe ich diese Inszenierung wiederholt, um auf mir unliebsame Umstände aufmerksam zu machen. Sei es drum, meine kreative Ader war an jenem Dezembertag mit auf diese Welt geschlüpft, unbemerkt von allen Anwesenden, denen diese imposante Erstaufführung lediglich als profane Geburt eines Frühchens in Erinnerung bleiben sollte.

Doch ich ließ nicht locker. In Weinheim an der wunderschönen Bergstraße, wo wir längst hingezogen waren, beglückte ich meine Eltern und meine drei Geschwister am sonntäglichen Frühstückstisch mit selbstverfaßten „Lesungen“. Ich muß etwa acht Jahre alt gewesen sein. Alles, was nicht niet- und nagelfest war, hatte ich auf Teufel komm raus zusammengereimt. Dazu hegte ich, zugegebenermaßen, einen recht frivolen Umgang mit dem, was ich später als Versmaß kennenlernen sollte. So holperte und stolperte ich bei der Darbietung über all die Silben hinweg, hochkonzentriert und bemüht, wenigstens die Pointen richtig zu erwischen. Dennoch verlor ich dabei nie meine Lust zu erzählen, geschweige denn meine Zuhörer aus den Augen. Ihre gespannten Gesichter, ihr plötzliches Losprusten, ihre passenden und unpassenden Kommentare, all das ließ mich über diese technischen Belanglosigkeiten zuversichtlich hinweghudeln und weitere Werke motiviert angehen. Ich wollte dabei das Publikum im Banne meiner Silben wissen, gefesselt mit fein gewebten Fäden an meine fein gesponnenen Geschichten, mitgerissen vom ungewissen Schicksal meiner gewissenhaften Reime. Das will ich heute übrigens immer noch, sicherheitshalber allerdings in Prosa.

1982 absolvierte ich das Abitur, anschließend den Grundwehrdienst, dann eine Ausbildung zum Fluglotsen und ein paar Jahre Tätigkeit als ein eben solcher am Frankfurter Flughafen. Schließlich packte ich meine Koffer, um in München eine Ausbildung zum Toningenieur zu machen. Das war 1992, und da, im wunderschönen München, wohne ich heute noch.

Krimis direkt vom Erzeuger

In der Zwischenzeit entstanden einige Manuskripte, die ich zum Teil verwarf, zum Teil Verlagen und Literaturagenturen anbot. Allesamt waren es Krimis, dramatische und komische, und als sie trotz Lobeshymnen in verschiedenen Agenturbeschreibungen niemand so recht in sein Programm aufnehmen wollte, druckte ich sie selbst und bot sie u.a. auf Künstlermärkten in ganz Süddeutschland an. Und weil ich dazu ein Schild wollte mit einem Namen, unter dem das Ganze augenscheinlich als eigenständiges Unterfangen fungierte, schuf ich eines wunderschönen Tages einen Slogan, der mir heute noch wunderbar gefällt. Das war die Geburtsstunde von KRIMIS DIREKT VOM ERZEUGER.

Mords Geschwister

Mitte 1998 traute ich meinen Augen kaum. Der Snayder Verlag aus Paderborn teilte mir schriftlich mit, mein Manuskript mit dem Arbeitstitel „Mords Geschwister“ in sein Programm aufnehmen zu wollen. Ich konnte es nicht fassen. Ich mußte den Brief mehrmals lesen, um zu verstehen. Denn es war Liebe auf den ersten Blick. So sagte ich nicht ab. Und so vereinigten wir uns umgehend, um noch rechtzeitig zur damaligen Frankfurter Buchmesse unser gemeinsames Baby auf den Markt bringen zu können. Und es sollte dann auch diesen wunderschönen Namen „Mords Geschwister“ behalten dürfen.

Best of Europe 2000

In der Folgezeit arbeitete ich nicht nur an weiteren Krimiprojekten, sondern erhielt auch Aufträge aus der bunten, schillernden Werbewelt. Als ein Highlight entstand z.B. in Zusammenarbeit mit DraftWoldwide ein „Crimical“ für die Just GmbH zur Neukundengewinnung. Dieses „Crimical“, das Kriminalhörspiel „Kai´s eyes shut“, war ein Hauptbestandteil des aufwendigen Werbekonzeptes und entstammte meiner Feder. Zur Krönung wurde diese Werbekampagne im Jahre 2000 mit dem 4. Platz beim europaweiten Direkt-Marketing Wettbewerb ausgezeichnet.

Sepp und das Spiel seines Lebens

Eine weitere Herausforderung stellte der 70. Geburtstag meines Vaters dar. Ich wollte dem Mann, dem ich soviel verdanke, ein ganz besonderes, persönliches und einzigartiges Geschenk bereiten. So schrieb ich dem passionierten Skatspieler die fiktive Geschichte eines Skatabends mit seinen Freunden, in der natürlich auch seine Familie nicht fehlen durfte. Diese humorvolle Eskalation mit allen möglichen Anekdoten aus dem Leben meines Vaters schlug im Familienkreis ein wie eine Bombe. So blieb das handgebundene Buch, das ich meinem Vater überreichte, dann doch kein Unikat.

Angespornt von diesem Erfolg, schreibe ich seitdem auch ähnliche Auftragsarbeiten. Die Vielfalt dabei ist wirklich bemerkenswert, von Hexenküche bis Ritterturnier, von Western-Showdown bis Space-Battle, von Eisenbahnerfahrplan bis hin zum gewöhnlichen Kriminalroman. Übrigens: Diese persönlichen Bücher kamen auf Geburtstagen, Jubiläen o.ä. bisher immer, gelinde gesagt, außergewöhnlich an.

So, das war´s für heute. Herzlichen Dank für Ihr Interesse. Fortsetzung folgt.

„Mein erster Auftritt war im wahrsten Sinne des Wortes ein Brüller.“


„Mords Geschwister” wurde 1998 vom Snayder Verlag veröffentlicht.

Auszeichnung „Best of Europe 2000”, Federation of European Direct Marketing

Das Buch, das kein Unikat bleiben durfte: „Sepp und das Spiel seines Lebens”